Oberliga Süd FSV Martinroda - SV Blau-Weiß Zorbau 3-1 (2-0)

Der FSV Martinroda konnte nun endlich im siebten Anlauf den ersten Sieg einfahren. Gegen einen Gegner, der Papierform auf Augenhöhe, sah man von Beginn an einen FSV mit anderem Gesicht im Vergleich zur Vorwoche. Auch wenn noch nicht alles im eitlen Sonnenschein verlief, die individuelle Steigerung bei einigen Spielern, die besonders nach dem klasse heraus gespielten Treffer mit dem öffnenden Pass von Andris auf die rechte Seite auf David Rohlik und dessen messerscharfe Flanke auf Nahr seinen Anfang fand. Das sah schon nach dem Geschmack ihres Trainers aus, der sofort alle verfügbaren Daumen Richtung der Protagonisten richtete. Nahr bekam seine Chance von Anfang an und zahlte mit Leistung zurück. Mit mehr Licht als Schatten brachte er endlich seine Qualität als Störenfried im Angriff zur Geltung. Kommt da noch die Bissigkeit und Cleverness bei den Abschlüssen und das richtige Momentum den finalen Pass zu fordern, sollte eine der Baustellen zu schließen sein. Ein anderer Spieler ragte jedoch in diesem Spiel heraus. So wie sich Serdar Suliman in dieser Partie präsentierte, erinnerte viel an die Zeit vor seiner schweren Verletzung vor zwei Jahren, woran er bis jetzt noch nicht wieder anknüpfen konnte. Seine Fähigkeiten mit dem Ball und der Geschwindigkeit in seinen Dribblings, und so manchem seiner Gegenspieler wird wie einst im Spiel gegen ihn wieder schwindelig. Aber auffällig nicht nur das, was er ja sowieso beherrscht, war seine nach hinten defensive Einstellung und endlich der Blick für seine Nebenleute. Wie er sich im Dreikampf im gegnerischem 16 er die Kugel nach Verlust wieder holte und den Ball danach überlegt ins lange Eck beförderte, a la bonne heure. Gerne mehr davon. So wie seine Balleroberung nach abgepralltem Freistoß mit feinem Fuß Nahr erreichte und dieser satt zum 3-0 einschoss. Bis dahin eine gelungene Vorstellung des FSV, der wie man spürte, in allen Mannschaftsteilen den vollen Erfolg herbei sehnte. Ein Sechser, der in der Vorwoche viel Kritik einstecken musste, war in Sachen Einstellung, Laufbereitschaft und als Antreiber Aktivposten seines Teams. Andris, überall auf dem Platz zu finden, wurde nicht grundlos für seine starke Partie besonders geherzt. Und noch ein Spieler sollte besondere Erwähnung finden. „Fliege“, liebevoll von seinen Mitspielern genannt, zeigte mit seinen Paraden die Qualität, die man sich als Mannschaft mit starkem Rückhalt zwischen den Pfosten wünscht. Den Kopfball in der 30. Minute, oder die Schüsse aus Nahdistanz in der 62. , 79. und 82. Minute muss man erst einmal halten. Denn nach dem Treffer zum 3-0 schien sich die Mannschaft bereits zu feiern. Konzentration ließ nach, der eine oder andere Schlendrian schlich sich ein und das Spiel nicht mehr so hoch angelegt, verlagerte sich mehr in die Martinrodaer Hälfte. Jetzt waren die diese Qualitäten von Andris und TW Nicolai gefragt.

Die erste Hälfte hatte noch die eine oder andere starke Martinrodaer Angriffsaktion zu bieten. Weshalb man sogar höher hätte führen können. In der 17. Minute Brömel knapp vorbei, 25. Minute starke Suliman Eingabe, Nahr und Brömel verpassen äußerst knapp. Und dann kurz vor der Halbzeit Floßmann mit einem Distanzversuch. Vor dem Halbzeitpfiff des sehr ,,variabel pfeifenden Schiedsrichters“, mussten A. Rohlik und Benkenstein zweimal mit Glück auf der Linie retten. Die Gäste, die nach der 75. Minute noch mal stark aufkamen, waren dann optisch besser im Spiel. Floßmann hatte in der 71. Minute die Möglichkeit zum 4. Treffer für seine Mannschaft mit straffem Schuss aus 18 Metern knapp verpasst. Die letzte Viertelstunde dann der Rückfall in hoffentlich nicht mehr so oft praktizierte Zeiten. Leichte Ballverluste wegen abnehmender Konzentration und Laufbereitschaft und den Sieg vor Augen auch mit anderer Einstellung, hatte Zorbau nach dem Anschlusstreffer noch mindestens eine hochkarätige Chance zu bieten. Doch Nicolai bewahrte seine Mannschaft mit starker Fußabwehr gegen den Schuss von Feldmer vor weiterem Ungemach.

Laterne abgegeben, ein wenig in der Tabelle geklettert, und die Hoffnung beim Auftritt in Bischofswerda zumindest einen Punkt mitzunehmen.

Martinroda

Nicolai- D. Rohlik ( 86. Langhammer), Benkenstein, Schneider- A. Rohlik, Flossmann ( 86. Weis), Andris, Sulimann, Litzenberg (75. Al Saeed)-

Brömel (65. Six), Nahr (75. Kahlef)

Zorbau

Heine, Strauchmann, Deumer ( 46. Opolka), F. Löser, ( 72. Feldmer) K. Löser (65. Thurm), Rode, Aljindo ( 65. Froehlich), Dwars (72. Hartmann), Bornschein, Muwanga, Nolde

1-0 Nahr 9. min, 2-0 Sulimann 13. min, 3-0 Nahr 55. min, 3-1 Feldmer 87. min

SR Schlömann -84-

Text: J. Krogel




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