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Arschbacken zusammengekniffen 

Vor dem Spiel saßen wir im Sportlerheim zusammen und ließen uns von Marten, Flo und Robin vorzüglich bekochen und lauschten gespannt der Ansprache unserer Trainer. 

 

Wie ernst die Personallage war, ließ sich gut daran festmachen, dass Mike mir auftrug, mich ebenfalls umzuziehen und alles für einen Einsatz mit zur Bank zu nehmen. Glücklicherweise kam es nicht zu einer Einwechslung und ich konnte mir ein paar Notizen machen und mit den Fans lieber die ein oder andere feinperlige Apfelschorle genießen. 

 

Es sollte an die Leistung der Vorwoche gegen Haarhausen angeknüpft werden. 90 Minuten kämpfen und sich auf das Wesentliche konzentrieren, das war die Devise.  

 

Dieser Plan schien bereits in der ersten Minute gehörig vor den Baum zu gehen, weil Blatsche im eigenen Strafraum die Schlittschuhe auspackte und einen langen Ball passieren ließ. Lucas konnte nicht mehr entscheidend eingreifen und so konnte Günschmann zur Gästeführung ins lange Eck abschließen. 

 

Aber wir ließen in der Folgezeit nicht die Köpfe hängen, wie wir es in der Anfangsphase der Saison schon öfter erlebt hatten. 

 

Bevor die zehnte Minute auf der Anzeigetafel erschien, konnte Marten im gegnerischen Strafraum ungehindert dribbeln und in den Rückraum zu Oschi legen. Dieser fasste sich ein Herz und schloss wuchtig mit rechts ab. Der Schuss war schneller als die Lockheed SR-71 Blackbird damals über der Sowjetunion und veranlasste den gegnerischen Torwart reaktionslos um sich zu blicken. Im Nachhinein verriet er, dass ihm der Ball über den Schlappen gerutscht ist.  

Egal, Ausgleich. 

 

Im Anschluss gab es Chancen auf beiden Seiten, bei denen Zine der auffälligste Akteur auf dem Platz war. Einen Vorstoß vom ihm konnte Gästekapitän Risch nur mit einem regelwidrigen Festhalten unterbinden. Zine legte sich den Ball für den fälligen Freistoß zurecht und wieder gab es keine Reaktion im gegnerischen Tor, als der Ball in das linke obere Eck segelte (15.) 

 

Spiel gedreht in nicht mal zehn Minuten und bis zum Pausentee war es das noch lange nicht. 

 

Erst verpasste Flo, welcher von zwei Gegenspielern verfolgt wurde, den Abschluss und wurde kurz darauf in der Nähe der Eckfahne gelegt. Marten lief auf den kurzen Pfosten und konnte Zines flachen Freistoß zum 3:1 über die Linie drücken (23.). 

 

Im Nachgang wurde gemunkelt, dass Marten und Zine sich diese Freistoßvariante beim gemeinsamen Juniorentraining ausgedacht hätten. 

 

Anscheinend wussten die Gästeanhänger auch nicht, dass ihre speziellen Rufe in Richtung Marten und seiner Mitspieler, welche teilweise weit unter die Gürtellinie gingen, eher anspornten als ausbremsten. 

 

Gräfinau kam erneut zum Anschluss, nachdem sie einen Elfmeter zugesprochen bekamen. Steve berührte seiner Meinung nach keinen Gegenspieler, einige Zuschauer und auch der Schiedsrichter sahen es anders. Heinze jagte die Murmel zentral in den Kasten und selbst wenn Steve stehen geblieben wäre, hätte es wahrscheinlich nichts gebracht. 

 

Kurz vor der Pause probierten die Gäste es ähnlich zu unserem 2:1, aber Ex-Oberligaspieler Hofmann erreichte den Ball nicht. 

 

Knappe Führung also zur Pause für uns. 

 

Im Namen von Sandro soll ich ausdrücklich die Musikauswahl von Linde und Elton in der Halbzeit loben. 

 

Knapp zehn Minuten nach Wiederanpfiff kam Gräfinau zum Ausgleich durch T. Oschmann, nachdem Lindner fast ungehindert einen Querpass durch unseren Sechzehner spielen konnte. 

 

Ähnlich zur Vorwoche, allerdings in geänderter Reihenfolge, waren wir bereits zwei Minuten nach dem Ausgleich wieder am Drücker. Unser Oschi nahm den Ball herrlich mit der Brust mit und wurde im Strafraum von Schmidt abgeräumt. Alle hofften, dass Blatsche diesmal unspektakulärer als vor zwei Wochen in Remschütz abschloss und das tat er auch. Platziert rechts unten zur erneuten Führung (55.). 

 

Kurz darauf gingen bei Möller die Nerven durch und nach einem Ellenbogenschlag sah er folgerichtig glatt rot. 

 

Lobend muss ich auch wieder Annett erwähnen, heute als verlängerter Arm der Ordner unterwegs. Sie nutzte ihre Erfahrung als Streitschlichterin während ihrer Schulzeit, um einen Anhänger Gräfinaus zu beruhigen und vielleicht entwickelt sich daraus eine Freundschaft, was ich allerdings bezweifle. 

 

Das Spiel beruhigte sich daraufhin und es kam noch zu vereinzelten Chancen auf beiden Seiten und langsam nahm die Sensation Formen an. 

 

In der 90. Minute machte Zine dann endgültig den Deckel drauf, als er sich gegen zwei Gegenspieler behauptete und den Ball per Lupfer verwandelte. Ein herrlicher Schlusspunkt, welcher auch endgültig die Gästeanhänger verstummen ließ. 

 

Was sehr schlecht begann, wurde am Ende durch Kampf, Wille und Einsatz belohnt. 

Jeder Spieler hat sein Bestes gegeben, für seine Mitspieler gekämpft und so den für viele unerwarteten Sieg möglich gemacht. Auch von den Zuschauern konnte ich vernehmen, dass wir immer mehr zu einer Mannschaft zusammenwachsen und unser Potenzial ausschöpfen. 

 

Auch das Addi-Orakel schlug, wie in der Vorwoche, wieder erfolgreich zu. Vielleicht sollte Addi darüber nachdenken, diese neue Stärke in andere Glücksspielprognosen zu stecken. 

 

Diese Form gilt es jetzt über das spielfreie Osterwochenende zu halten und in zwei Wochen gegen Zottelstedt wieder auf den Platz zu bringen. Denn auch hier haben wir aus dem Hinspiel etwas gutzumachen.  

 

Wie immer möchten wir uns bei allen bedanken, die uns bei diesem unglaublich spannenden Spiel unterstützt und den alle zehn Minuten wechselnden Wetterkapriolen getrotzt haben.  Ohne euer Vertrauen und eure Unterstützung wären wir nicht so schnell zusammengewachsen und wären wir nicht in der Lage gewesen, Spiele wie diese zu drehen. 

 

Aufstellung: 

Nimmow - Klötzer, Blaschczok, Morgenroth, Schwens – Bartholome (89. Lima da Garca), P. Oschmann, Buse, Schleicher – Wolf, Beck 


Text: Hucki und Tina


Fotos: Sven und Kathrin