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Testreinfall am Reichenbach

Zwei Wochen vor Ligastart stand für die Männer das vorletzte Testspiel auf dem Programm.

Diesmal gegen die SG SV Goldlauter I, welche in der vergangenen Saison einen guten achten Platz in der KOL Rhön-Rennsteig belegten. Wir hatten uns auf ein Wiedersehen mit unserem ehemaligen Spieler Andrej Lieb gefreut. Wir wissen jedoch nicht, wieso Andrej diesem Spiel nicht beiwohnen konnte. Man munkelt noch, dass vielleicht Goldlauter ein ähnlicher Fauxpas wie uns letzte Woche passiert ist, und Andrej noch am ausgemachten Treffpunkt in Suhl wartet.


Anfangs sah das Wetter noch vielversprechend aus, aber der Regengott über Martinroda entschied sich kurz nach Anpfiff die Schleusen zu öffnen und alle Anwesenden mit flüssigem Gold zu beglücken. Schnell waren alle geschützten Plätze im Sportpark ausgebucht. Schlau war, wer vorher den Wetterbericht genau studiert und schon sein Plätzchen gesichert hatte. Nicht so ich, denn ich musste mein Notizbuch im strömenden Regen von der Ersatzbank retten.


Zu Zeiten des Klimawandels zeigten sich die Schiedsrichter besonders vorbildlich. Domenico Cardone reiste mit seinen Sprösslingen Luigi und Marcello per Drahtesel in den Sportpark. Die gestiegenen Energiepreise machen also auch vor den Unparteiischen nicht halt.

Nun aber zum Sportlichen.

Kaum war der Anpfiff erfolgt, riss sich Goldlauter das Heft des Handelns in die Hand und zeigte, wer schon KOL-Erfahrung hat. Schon in der dritten Minute sollte ein Abstimmungsproblem zwischen John und Blatsche, aber auch ein starker Pass der Gäste, unsere Abwehr ins Schwimmen bringen. Weisheit nutze diesen Steckpass und schloss flach in die lange Ecke zur Führung ab.

Auch in der Folge hatten wir viele Probleme ins Spiel zu finden. Stellungs- und Abspielfehler waren an der Tagesordnung. Nach gut 15 Minuten konnten wir dann auch ein paar Abschlüsse vorweisen, was aber größtenteils Stückwerk war. Hervorzuheben ist hier Lennox, der seine Schusstechnik sehr gut unter Beweis stellte und den Torwart mehrfach prüfte.

In der 17. Minute wagte sich unser Kapitän, welcher die letzte Trainingswoche bei Toni in Griechenland entspannt hatte und mittels VIP-Shuttle zum Spiel chauffiert wurde, mit nach vorn. Flo antizipierte dies schön und das, obwohl er nie in den Genuss unseres ehemaligen Trainers Jan und dessen bundesligareifen Antizipationstrainings kam. Sterze erlief und behauptet den Ball, führte ihn in den Sechzehner rein und in Richtung des Tores, wird dann aber von seinem Gegenspieler umgestoßen und fällt im 16er.


Schiri Cardone zeigte richtigerweise sofort auf den Punkt und auch der Keller Reinsfeld hatte nach längerer Sichtung nichts einzuwenden. Dass der Gefoulte nicht selbst schießen soll, widerlegte Sterze, als er den Torwart ausguckt und sicher unten links verwandelte.


Das 1:1 konnte unserer Mannschaft noch nicht vollends die gewohnte Sicherheit und Routine zurückgeben. Die Fachexperten auf den gut gefüllten Zuschauerbänken erkannten weiterhin zu viele Unstimmigkeiten und die daraus resultierenden besseren Chancen für die Gäste.

Kurz vor der Pause, war es wieder ein kluger Steckpass hinter unsere Abwehr. Exner nutzte diese Chance zum Abschluss, wurde aber von Steve am Torerfolg gehindert. Leider landete der Abpraller bei Kühnstein, welcher den Ball im Tor unterbrachte (40.).

Nach der Halbzeit brachte Addi, welcher heute den Chefposten auf der Bank innehatte, da Mike und Geburtstagskind Sandro im Urlaub verweilten, mit Robin, Poldi und Milad frischen Wind in die Partie.


Dieser Wind flachte aber bereits nach zehn Minuten etwas ab, als wiedermals ein langer Diagonalball über alle Abwehrrecken gespielt wurde. Kühnstein nutzte seine Klasse in An- und Mitnahme und schloss zum 1:3 aus Heimsicht ab.


Nun ging es hin und her. Das manche Kombinationen schon gut klappten, konnte man sehen, als Robin per Hacke auf Highlander weiterleitete. Dieser brauchte dann zwar ein wenig, um sich für den richtigen Fuß zu entscheiden, schloss dann aber mit rechts ab. Die Weltklasseparade von Torwart Geißenhöhner war allerdings nicht ausreichend und so konnte Milad gedankenschnell zum 2:4 verkürzen.


Gerade als ich notieren wollte, dass wir jetzt besser in der Partie sind, machte mir erneut Goldlauter einen Strich durch die Rechnung. Weisheit nutzte einen Fehler unserer Abwehr, legte den Ball an Steve vorbei und spielte ihn gezielt in die Mitte auf Kühnstein. Blatsche hatte sich noch so groß wie möglich gemacht, aber es reichte leider nicht für ein Großfeldtor und so stand es 2:5.


Die letzten zehn Minuten sollten dann aber uns gehören. Lennox behauptete den Ball stark gegen seinen Gegenspieler und passte klug in die Mitte und wieder war Blatsche im Mittelpunkt, als er einsprang und so den Ball über die Linie drückte (83.)


Weitere zwei Minuten später war es fast das gleiche Spiel, allerdings mit anderen Akteuren. Diesmal Milad stark gegen seinen Kontrahenten und mit einem Zuspiel auf Robin im Zentrum. Dieser kontrolliert den Ball und murmelt den Ball dann zum 4:5 über die Linie.


Das war dann auch der Schlusspunkt dieser Neun-Tore-Partie im Sportpark.

Mein mitgelauschtes Fazit von Addi lautet folgendermaßen: "Auf dem Platz ist es zu leise und auch die Defizite im Pass- und Stellungsspiel wurden ausgemacht. Die Kommunikation untereinander muss besser und direkter werden, weil dadurch auch die Leistung besser wird.”


Dies hat man heute streckenweise sehr gut gesehen.

Die Unzulänglichkeiten hat das Spiel heute deutlich gezeigt, aber die Trainer werden ihre folgenden Einheiten darauf anpassen, um diese Fehler zu minimieren. Trotz allem war dies ein guter Test für die kommende Saison, den viele Zuschauer im Sportpark bewundern konnten. Auch, weil sich dafür entschieden wurde, keinen Eintritt zu kassieren. Vielleicht ein guter Kniff der Verantwortlichen, um so Zuschauer anzulocken.

So viele Zusehende hat man dadurch lange nicht mehr bei einem (Vorbereitungs-)Spiel der ersten Mannschaft in Martinroda gesehen (Ausnahme bei Derbys).


Gute Besserung wünsche ich auf diesem Weg auch Lenni, welcher sich nach dem Trainingslager leider einer erneuten Knieoperationen unterziehen musste.

Einen herzlichen Dank gilt es auch der Abteilung Versorgung auszudrücken, die die zahlreichen Gäste erstklassig mit Getränken und Bratgut versorgten.

Der letzte Test findet am kommenden Sonntag gegen die Zweitvertretung des FC Einheit Rudolstadt in Rudolstadt statt. Anpfiff der Partie ist 15 Uhr auf einem der Nebenplätze des Stadions. Sightseeing-Touren können aufgrund der guten Ortskenntnisse bei Familie Buse gebucht werden. Infos zur Buchung gibt es auf Anfrage bei mir.

Aufstellung:

Nimmow – Schwens (L.Schneider 46.), Morgenroth, Blaschczok, Pflügner (Rajabi 46.) - Oschmann, Sterzing, Buse, P. Schneider – Reykowski, Schleicher (Bartholome 46.)

Text: Hucki & Tina

Fotos: Sven & Kathrin




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