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Vereinsvorsitzender Lars Oschmann im Interview

Der TFV hatte uns für ein Interview für sein Magazin angefragt. Da ihm eine Passage nicht gefiel, hat er den Abdruck abgelehnt. Wir werden uns nicht zensieren lassen und veröffentlichen das Interview trotzdem.


Welche Herausforderungen führten den Verein zu der Entscheidung, den Weg des freiwilligen Rückzugs aus der Thüringenliga zu gehen und in der kommenden Saison in der Kreisoberliga zu starten?


Ich würde es nicht an Herausforderungen festmachen. Wir haben in den letzten Monaten die Situation im gesamten Verein analysiert. Der FSV Martinroda wollte immer attraktiven Fußball aus der Region für die Region bieten. Doch zwischenzeitlich haben sich die Prioritäten im Verein verschoben. In zehn Jahren haben wir einen erfolgreichen Nachwuchsbereich mit vielen Kindern, Jugendlichen und Trainern aus der Region entwickelt. Auf der anderen Seite besuchten die Heimspiele unserer ersten Mannschaft durchschnittlich nur ca. 70 Zuschauer. Damit waren lediglich die Unkosten des Spieltages abgedeckt. Die Euphorie im Umfeld unseres Vereins war in Bezug zur ersten Mannschaft nicht mehr vorhanden.


Ist es das langfristige Ziel, wieder in den Spielbetrieb auf Landesebene zu kommen oder soll der Kreisspielbetrieb zunächst beibehalten werden? Was müsste sich ändern, um wieder in den Landesspielbetrieb einsteigen zu können?


Ich will es nicht Ziel nennen. Wir wollen für unseren Nachwuchs den Übergang zum Männerbereich mit den besten Bedingungen ermöglichen. Dies ist nach unserer Ansicht derzeit die Kreisoberliga. Das Umfeld kann auf Grund der anstehenden Derby´s und den jungen Spielern aus der Region wieder stärker für den Verein begeistert werden. Wenn sportlich ein Aufstieg in die Landesebene möglich wäre, würden wir einen solchen Aufstieg nicht ausschließen. Dazu müssen sich aber auch die Parameter auf Landesebene ändern. Weder die Landesklasse noch die Verbandsliga sind aus Sicht der Fans attraktiv. Uns ist es zum Beispiel in dieser Saison nicht gelungen Spiele auf attraktivere Anstoßzeiten verlegen zu lassen. Da waren viele einfach nicht zu Kompromissen bereit.


Wir haben erfolgreiche Jahre auf Landesebene mit Landesmeistertitel und Landespokalfinale hinter uns. Dafür sind wir dankbar. Aber wenn der Verband meint, um mal ein weiteres Beispiel zu nennen, das Pokalfinale in jedem Jahr in Jena durchzuführen und der FC Carl-Zeiss Jena Finalgegner ist, bleibt die Fairness auf der Strecke. Dann entfernt sich der Verband weiter von der Basis.


Welche Rolle spielt die gute Nachwuchsarbeit, die beim FSV geleistet wird? Hat dieser Bereich auf der einen Seite überhaupt etwas mit dem Ausscheiden aus dem Land und auf der anderen Seite mit der Zukunft der Männermannschaft zu tun?


Wie zuvor beschrieben hat der Nachwuchsbereich u.a. eine Rolle gespielt, aber er war nicht alleinige Entscheidungsgrundlage. Unsere Analyse hat eben auch ergeben, dass wir den Übergang vom Nachwuchsbereich in den Männerbereich gestaltend begleiten müssen, um diesen erfolgreich zu gestalten. Fußball lebt von Emotionen auf und neben dem Platz. In den letzten Jahren sind diese Emotionen bei uns auf der Strecke geblieben, dem wirken wir jetzt entgegen, damit unser Verein eine Zukunft hat, auch im Männerbereich.



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